WAZ 2016

Drei Talente der Musikschule sind Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Die Teilnehmerzahlen gehen aber stark zurück. Viele Kinder scheuen die Doppelbelastung Schule und Wettbewerb mehr lesen...
„Jugend musiziert“ – und Heiligenhaus ist ganz vorne dabei. Stolz sein können sowohl die Lehrer der hiesigen Musikschule als auch die drei Preisträger des diesjährigen Regionalwettbewerbs: Das fleißige Üben hat sich gelohnt. Mit zwei ersten und einem zweiten Preis konnten die Heiligenhauser Teilnehmer nach Hause gehen. Der zwölfjährige Elias Mitropoulos (Violoncello) wurde Erster, die gleichaltrige Adea Dedinca (ebenfalls Violoncello) errang den zweiten Platz in der entsprechenden Altersgruppe. Anna Mitropoulos (9) wurde Erste auf der Geige in ihrer Altersklasse. Neu bei „Jugend musiziert“ war keiner von den Dreien, Anna und Adea nahmen zum zweiten Mal, Elias sogar schon zum vierten Mal teil. „Beim letzten Mal war ich noch aufgeregter“, erinnert sich Anna, die Geige unters Kinn geklemmt, an ihre Auftritte. „Ich hab beim Wettbewerb das Concerto in a-moll von Vivaldi gespielt und die „Romanze“ und die „Mazurka“ von Baklanova.“ Geübt hat sie dafür mit ihrer Geigenlehrerin Claudia Ohsmann. „Leider gehen die Teilnehmerzahlen bei „Jugend musiziert“ in den letzten Jahren immer mehr zurück“, erzählt Cello-Lehrerin Marion Matthes, „viele Schüler können und wollen sich der Doppelbelastung von Schule und intensivem Üben nicht mehr aussetzen.“ Ein „enormer Aufwand“ sei die Teilnahme, stimmt auch Christina Mitropoulos-Bott, die Mutter von Elias und Anna, der Lehrerin zu. „Aber die Kinder haben die Auszeichnung, mit sehr guten Lehrern arbeiten zu können und bekommen eine wirklich gute Vorbereitung“. Lange Vorbereitung Das Kompliment gibt Matthes gern an ihre Schüler weiter: „Ich mache das sehr gerne. Man merkt, dass die Schüler ein Ziel haben. Wir kommen schneller weiter und es ist ein leichteres Arbeiten.“ Ein halbes bis dreiviertel Jahr dauert die Vorbereitung auf den Wettbewerb, ein bis zwei Stunden täglich wird zuhause geübt. „Das Teilnehmen macht total viel Spaß, sogar das Üben vorher“, erzählt Adea begeistert, „man weiß, wo man sich verbessern möchte.“ „Das ist aber nicht so wie eine Casting-Show“, erzählt Elias. Dennoch – die Tatsache, am Ende mit einer guten Platzierung dazustehen, findet Elias, der auch noch Orgel lernt und gern zusammen mit Mutter und Schwester Musik macht, „cool“. Die Ansprüche sind hoch, die Jury sehr genau. Matthes: „Die Schüler erhalten aber vorher auch eine Rundumbetreuung, technische Details der Stücke werden analysiert und alles bis auf die letzte Note auseinandergenommen.“ Was für Tipps haben die Nachwuchs-Musiker für zukünftige Wettbewerbs-Teilnehmer? „Viel üben“, empfiehlt Elias, „Spaß haben“, steuert Anna bei und Adea, deren Schwestern auch musizieren, wird nachdenklich: „Wollen muss man – sonst hat das keinen Zweck.“

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RP- Online 2016

Heiligenhaus. Die Heiligenhauser Streicher standen beim Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" auf dem Treppchen. Doch die Teilnehmerzahlen insgesamt sinken. mehr lesen...
Gleich drei Gewinner kann die Heiligenhauser Musikschule im diesjährigen Kreiswettbewerb von "Jugend musiziert" stolz präsentieren. Anna und Adea waren schon zum zweiten Mal dabei, Elias sogar zum vierten Mal - ein bisschen Nervosität ist aber immer dabei. "Bei den anderen Malen war ich richtig nervös und habe befürchtet, dass mir die schwitzigen Finger von den Saiten rutschen, in diesem Jahr ging es", erzählt Elias Mitropoulos. Und es ging sogar so gut, dass er im Kreiswettbewerb wieder den ersten Platz belegt hat. Der Zwölfjährige spielt das Violoncello schon seit fünf Jahren. Auf den ersten Platz hat es auch seine Schwester Anna (9) mit der Violine geschafft, die sie seit drei Jahren spielt. Sie konnte die Jury auch mit einer großen Portion Routine überzeugen, in dem sie sich einen Fehler einfach nicht hat anmerken lassen. Adea Dedinca (12) stand ebenfalls auf dem Treppchen: Platz zwei für die Violoncellistin, die schon seit vier Jahren das Instrument lernt. "Die Teilnehmerzahlen an den Wettbewerben sinken", bedauert die Cello-Lehrerin Marion Matthes. "Viele Schüler schaffen die Doppelbelastung zwischen einem immer größeren schulischen Aufwand und dem gewissenhaften Lernen eines Instrumentes kaum noch." Das zeige sich immer deutlicher. Christina Mitropoulos-Bott, Elias' und Annas Mutter, kennt noch einen Grund: "Immer mehr Musikschulen müssen sparen und so fehlen zum Beispiel die Kapazitäten für die Lehrer, ihre Schüler für die Wettbewerbe vorzubereiten." Hinter den Erfolgen, die die drei Musiker am 30. Januar in Hilden erringen konnten, steckt dabei viel Arbeit. Mindestens ein bis zwei Stunden Üben pro Tag, dazu Übungsstunden mit den Lehrerinnen, wann immer es möglich ist, abends oder am Wochenende. "Man darf nicht vergessen, dass wir Lehrer nicht nur an einer Schule beschäftigt sind, sondern an mehreren", so Matthes, die Adeas und Elias' Lehrerin ist. Anna wird von Claudia Ohsmann unterrichtet. Es gilt zum Beispiel Übungs-Konzerte zu organisieren, dann muss auch die Klavierbegleitung - bei allen drei Gewinnern Annette Söllinger - mit proben. "Doch es macht immer wieder Vergnügen, die Schüler zu begleiten und zu erleben, wie sie in den musikalischen Fluss kommen und die Stücke bis in die letzte Note ergründen", so Matthes. Das kommt bei den Schülern an. Adea: "Es macht einfach Spaß und in der Wettbewerbsvorbereitung lernt man richtig viel." Auch Elias findet es "immer wieder cool", und fügt schmunzelnd an: "Das ist nicht wie in einer Castingshow im Fernsehen." Je nach Punktzahl werden die Jung-Musiker aus den Kreiswettbewerben dann zum Landeswettbewerb weitergeleitet, der mit der Teilnahme am Bundeswettbewerb weiter gehen könnte. Gerade für Elias ärgerlich: "Einen Punkt mehr und ich wäre weiter gekommen." Kein Grund zum Ärgern, im nächsten Jahr will er wieder dabei sein, und auch Anna und Adea liebäugeln mit einer weiteren Teilnahme. Ihre Tipps für potenzielle Teilnehmer: Adea: "Üben lohnt sich." Elias: "Man muss auch wirklich gewinnen wollen." Anna: "Spaß haben am Instrument und einfach gerne spielen." Quelle: RP

Heiligenhaus: Drei Gewinner haben den Bogen raus